Museen zur Geschichte der Täufer und Mennoniten

1. In Deutschland

Das Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold widmet sich historischen, soziologischen, theologischen sowie wechselseitig-kulturellen Themenstellungen der so genannten Russlanddeutschen. Damit wird ein Bereich deutscher Geschichte aufgearbeitet und ausgestellt, der in dieser Form bisher in bundesdeutschen Museen nicht berücksichtigt wurde.

Derzeit leben mehrere Millionen Personen mit russlanddeutschem Migrationshintergrund in der Bundesrepublik Deutschland. Sie verfügen über eigene kulturelle Merkmale, die sich von denen der Russen in Russland und Deutschland, aber auch von denen der Mehrheitsgesellschaft in Deutschland unterscheiden können - u. a. durch eine eigene Geschichte und Erinnerungskultur sowie spezifische Formen der Religionsausübung. Das Museum greift neben historischer Aufklärungsarbeit ebenso integrationsrelevante und für die Verständigung unterschiedlicher Milieus wichtige Frage- und Problemstellungen auf. Maßgabe ist dabei die im Eingangsportal des Museums ausgestellte Inschrift der Friedland-Gedächtnisstätte, deren Ort für viele Russlanddeutsche erster Bezugspunkt war: „Völker entsaget dem Hass - Versöhnt euch, dienet dem Frieden - Baut Brücken zueinander!“

Die Dauerausstellung arbeitet die Auswanderungs- und Siedlungsgeschichte, kulturelle und wirtschaftliche Leistungen der Russlanddeutschen sowie das religiöse Leben, welches infolge der Repressionen im 20. Jahrhundert ein äußerst heterogenes Erscheinungsbild annahm, auf. Neben Basisinformationen zum gesamtkirchlichen historischen Erscheinungsbild der Russlanddeutschen, wird ebenso die mennonitische Auswanderung nach Russland thematisiert (→Russland). Die ausgestellten Exponate und Schriftstücke konzentrieren sich auch hier auf religiöse, ökonomische und kulturelle Inhalte, insbesondere mit dem Schwerpunkt auf die Ansiedlung „Chortiza/Molotschna“. Weitere Vertiefungsmöglichkeiten zur Geschichte der Mennoniten in Russland werden über entsprechende Sonderführungen ermöglicht. Darüber hinaus gibt es einen umfangreichen Bibliotheksbestand zur Geschichte und Gegenwart russlanddeutscher Mennoniten. Eine Sonderausstellung zum Thema „Russlanddeutsche Freikirchen“, welche zu einem erheblichen Teil mennonitische Ausprägungen haben, kann im Museum entliehen werden.

Des Weiteren bietet das Museum Fortbildungsmöglichkeiten an. Neben der Sammlung und einer themengebundenen Bibliothek, werden Tagungen, Kulturveranstaltungen sowie Sonderausstellungen initiiert. Dabei wird u. a. mit dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (Universität Oldenburg) sowie dem Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (Universität Osnabrück) kooperiert.

Initiator und langjähriger Förderer des Museums war und bleibt der Christliche Schulförderverein Lippe e.V., der auch den 2011 eröffneten Museumsneubau ermöglicht hat. Seit 2016 wird das Museum aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages maßgeblich durch die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien finanziell getragen. Derzeitiger Museumsdirektor ist der Historiker Kornelius Ens, der die langjährige Leiterin Dr. Katharina Neufeld abgelöst hat.

Weitere Informationen zu Sonderveranstaltungen und zum Kulturprogramm können der Museumshomepage (http://www.russlanddeutsche.de) entnommen werden. Das Museum befindet sich in der Georgstr. 24, 32756 Detmold.

Kornelius Ens

2. In Nordamerika

Die Geschichte mennonitischer Museen und Informationszentren in den USA und in Kanada begann im Zusammenhang mit der Gründung mennonitischer hӧherer Lehranstalten. Das ӓlteste mennonitische College in den USA ist das 1888 erbaute Bethel College in North Newton, Kansas. Dort entstand sehr bald eine Lehrsammlung für den Unterricht, die 1896 zum ersten Mal als „Bethel Museum“ bezeichnet wurde. Seit 1940 ist das „Bethel Museum“ als „Kauffman Museum“ bekannt und hat heute einen internationalen Ruf. Mit der Entstehung weiterer mennonitischer Colleges in den USA und Kanada in der ersten Hӓlfte des 20. Jahrhunderts wuchs auch das Interesse mennonitischer Geisteswissenschaftler an der Erhaltung geschichtstrӓchtiger Materialien, und so wurden nach und nach historische Bibliotheken und Archive an mennonitischen Colleges eingerichtet und dem breiten Publikum zugӓnglich gemacht. Eine betrӓchtliche Anzahl dieser historischen Bibliotheken und Archive, darunter die der verschiedenen Konferenzen bewahren in ihren Sammlungen auch Objekte und Kunst, die mennonitische Geschichte verkӧrpern. Sie sind hier zusammen mit Museen und Interpretations- bzw. Informationszentren mennonitischer Lebens-und Glaubenstraditionen aufgezӓhlt.

Die Zahl dieser Institutionen wuchs besonders zur Zeit der zweiten und dritten Generation nach der Einwanderung in Nordamerika aus Europa. Es ging nun um die Weitergabe und Erhaltung von Erbstücken, die die Identitӓt der Herkunft in sich tragen. Weitere Impulse für ein verstӓrktes Geschichtsbewusstsein waren die Hundertjahrfeiern der Einwanderung in die neue Heimat, Hundertjahrfeiern vierschiedener Staaten und Provinzen. Wӓhrend 1987 etwa zwanzig mennonitische Museen und Informationszentren in beiden Lӓndern gezӓhlt wurden, sind es im Jahr 2017 mehr als vierzig. Sie alle vermitteln das tӓuferische Glaubens-und Kulturerbe in all seinen verschiedenen Manifestationen und gesamtem Spektrum, von den Amischen, Hutterern, Brüdergemeinden zum konservativen und liberalen Mennonitentum. Tӓuferisch/mennonitische Privatsammler (auch unter den Amischen, z .B. Amos Hoover) spielen eine grundlegende Rolle. Oft erwerben sie Dinge, Dokumente von grӧsster Qualitӓt, die sich Museen nicht leisten können (oder für deren Suche meistens keine Zeit ist), und oft werden sie einem der mennonitischen Museen vermacht. Charles Kauffman etwa war Urheber der Sammlungen des Kauffman Museums, John C. Reimers Sammlung bildete den Grundstock der Sammlungen des Mennonite Heritage Village in Steinbach, Manitoba. Weitere Pivatsammler waren Erie Sauder, Ethel Abrahams, und viele mehr.

Die Gegenden, wo amische und konservative Mennoniten leben, wurden in den letzten Jahren zur sehr grossen Touristenattraktion. Um ihre Privatsphӓre einigermassen zu wahren und um Fehlinformationen und verfӓlschende Stereotypisierung zu vermeiden, haben die meist-besuchten dieser Gemeinschaften Informationszentren eingerichtet. Hier erhalten Besucher eine korrekte Einführung in Lebensweise und Glauben, mit Hilfe multimedialer Ausstellungen

und Filmen, die von den Amischen selbst autorisiert wurden. Oft ist das Besucherpublikum sehr international, und so bietet - z. B. das Besucher Zentrum „The Mennonite Story“ in St. Jacobs, Ontario (jӓhrlich mehr als 20.000 aus 65 Lӓndern) - Übersetzungen in acht Sprachen an, darunter auch Arabisch und Mandarin.

Das Bildungsprogramm für ein allgemeines Publikum vieler mennonitischer Museen ist sehr vielfӓltig, einschliesslich der Arbeit mit ӧffentlichen Schulen, Sommerfreizeiten für Kinder, Bildungsreisen für Ruhestӓndler, Vortrags, Film, Musikprogramme, Konferenzen, jӓhrliche Feste. Sonderprogramme für unter Demenz und Alzheimerkrankheit Leidenden, die sich an führenden amerikanischen Museen als erfolgreich erwiesen, werden nun auch von einigen Mennonitischen Museen geplant. Mennonitische College und Universitӓtsmuseen beziehen ihre Sonderausstellungen auf spezielle Themen des akademischen Programms, ermӧglichen Internships für Studenten und pflegen enge Zusammenarbeit mit der Fakultӓt. Das Kauffman Museum entwickelte seit 1990 mehrere Wanderausstellungen, die eine sehr große Besucherzahl erreichen, ganz besonders die Wanderausstellung „Der Mӓrtyrerspiegel,“ die zwischen 1990 und 2007 an 68 veschiedenen Orten in den USA und in Kanada gezeigt wurde. Ihr stӓndiges zu Hause ist seitdem das Kauffman Museum des Bethel College.

Viele mennonitische Museen, Interpretations-Informationszentren, Spezialbibliotheken und Archive sind auf Voluntӓr- und Laienarbeit angewiesen, auf zahlende Mitgliedschaftsorganisationen, Privatstiftungen, und museumsfӧrdernde staatliche, regionale und Tourismus Organisationen. Viele veranstalten jӓhrliche Festprogramme für die der Gegend entsprechenden hӧchstmӧglichen Eintrittspreisen. Die professionell geleiteten musealen Institutionen sind zumeist Mitglieder regionaler und staatlicher Museumsorganisationen, wie die American Alliance of Museums (founded 1906). Sie beteiligen sich an Weiterausbildungsmöglichkeiten, sowie an professionellen Wettbewerben für bestes Design bzw. beste Ausstellung, oft erfolgreich. Und sie sind auf dem neuesten Stand digitaler Möglichkeiten, so dass zum Beispiel die Sammlungen im Internet zugänglich sein kӧnnen.

Einige dieser Museen, Infomations-Interpretationszentren und Bibliotheken oder Archive haben in letzter Zeit auch die tiefere Geschichte der ursprünglichen Bevӧlkerung und Regionen, in denen mennonitische Einwanderer siedelten und Land in Besitz nahmen, soweit sie durch Missions- und Entwicklungsarbeit mit ihnen in Berührung kamen, zur Kenntnis genommen und ihr Ausdruck verliehen. Zum Beispiel zeigt das Kauffman Museum die Geschichte und das Weltverstӓndnis der Cheyenne Indianer durch deren materielle Kultur. Mit ihnen arbeiteten der Missionar und Linguist Rodolphe Petter und anderere Missionare lange Jahre zusammen. Die ausgestellten Gegenstӓnde waren Geschenke an sie und ihre Familien. Ein weiteres Beispiel ist das Hans Herrr Haus das seine Aufgabe erweiterte und die Geschichte und Kultur der Indianer, die in der von den Mennoniten besiedelten Region lebten, mit einbeziehen. So entstand, in Zusammenarbeit mit Vertretern indianischer Organisationen das sogenannte „Langhaus“ (Longhouse) auf dem Gelӓnde des Hans Herr Hauses. Es ist eine Rekonstruktion eines für die indianische Bevӧlkerung typischen Langhauses, wie sie z. B. von den Conoy, Lenape, Mohawk, Nanticoke, Seneca, Shawnee und Susquehannock zwischen 1570 und 1770 gebaut wurden.

Mit der zunehmenden Zahl mennonitischer Gemeinden in Nordamerika, deren Gründungsmitglieder außereuropäisch/amerikanischer Abstammung waren oder sind, ist zu erwarten, dass es in Zukunft auch Museen und Informationszentren indianischer, lateinamerikanischer, asiatischer (z.B. Hmong) Mennoniten in USA und Kanada geben wird. Ein erstes Beispiel ist das Cheyenne Cultural Center in Clinton, Oklahoma. 1977 von dem mennonitischen Cheyenne Lawrence Hart und dessen Familie gegründet, dient es hauptsӓchlich der Erhaltung der Cheyenne Sprache. Die originale Cheyenne-Englische Bibelübersetzung des mennonitischen Missionars und Sprachwissenschaftlers Rodolphe Petter kann hier eingesehen werden.

Die Mennonitischen Weltkonferenzen sollten mit zur Aufzӓhlung mennonitischer Museen und Interpetationszentren gerechnet werden da sie - sei es in den USA, Kanada, in Asien, Südamerika, Afrika oder Europa seit mindetens drei Jahrzehnten Kunstausstellungen zu Themen mennonitischer Werte wie soziale Gerechtigkeit und Friedensarbeit zeigen. Diese Ausstellungen entstehen zumeist durch internationale Zusammenarbeit.

Die hier aufgestellte Liste amerikanischer und kanadischer tӓuferisch/mennonitischer Museen, Interpretationszentren, Bibliotheken, Archiven, die im Jahr 2017 bestehen, nennt deren offiziellen Namen, Ort, Staat oder Provinz und das Gründungsdatum - soweit bekannt - mit ihrer jeweils fӧrdernden Organisation.

Vereinigte Staaten von Amerika:

New York:

Pennsylvanien:

  • Historic 1770 Germantown Mennonite Meetinghouse, Philadelphia, Pa (1953, Germantown Mennonite Historic Trust); http://www.meetinghouse.info
  • Germantown Museum of Art and Peace, Philadelphia, PA (2011, project of Germantown Mennonite Church);
  • Brethren in Christ Church Historical Library and Archives, Messiah College, Grantham, PA (1952; Brethren in Christ Church and Messiah College);
  • Springs Museum, Springs, PA (1957; Springs Historical Society);
  • Lancaster Mennonite Historical Society: Library, Archives, Museum, Lancaster, PA (1958; Lancaster Mennonite Historical Society); www.lmks.org, www.lancasterroots.org
  • Hans Herr House (1719) Museum, Willow Street, PA (1969; Lancaster Mennonite Historical Society); http://fieldtrip.com/pa/74644438.htm (Lancaster, Pa.)
  • Lancaster Longhouse, (Lancaster Mennonite Historical Society), http://www.lmhs.org and http://www.lancasterroots.org
  • Mennonite Information Center, Lancaster, PA; (shows a 17 min. movie „We Believe“ about the five core values of Anabaptists/Mennonites, and a 30 minute 3-screen feature „Who Are the Amish?“; organizes guided tours in Lancaster County, offers Quilting Seminars, and more.) www.mennoniteinfoctr.com
  • Mennonite Heritage Center, Harleysville, PA (1973; Mennonite Historians of Eastern Pennsylvania); http://www.mhep.org/
  • Juniata Historical Center, Richfield, PA (1978; Juniata District Mennonite Historical Society);
  • Nicholas Stoltzfus Homestead, Wyomissing/New Holland, PA; (1997, Nicholas Stoltzfus House Preservation Committee); www.nocholasstoltzfus.com
  • The Muddy Creek Farm, Library [and Museum] and Home Messenger Library and Bookstore, Ephrata, PA (1956, Boards of Directors of the Weaverland Conference of the Old Order Mennonite Church)

Virginia:

  • Menno Simons Historical Library/Archives, Harrisonburg, VA (1950; Virginia Mennonite Conference);
  • The Heritage Museum, Cultural Museum, Dayton, VA (Harrisonburg-Rockingham Historical Society);
  • Cross Roads Valley Brethren Mennonite Heritage Center, Harrisonburg, VA (Three locations: Cross Roads, the main campus with Welcome Center and several 19th and 20th c. Mennonite-Brethren buildings, the Breneman Turner Mill, and Hildebrand Church, a historic meetinghouse.) www.vbmhs.org
  • Valley Brethren-Mennonite Heritage Center, Harrisonburg, VA; https://www.vbmhc.org;

Maryland:

  • Penn Alps, Grantsville, MD (1967; Penn Alps, Inc.);

Illinois:

  • Illinois Mennonite Heritage Center and Illinois Mennonite Historical and Genealogical Society, Metamora, IL (1975, Illinois Mennonite Historical and Genealogical Society); http://www.imhgs.org
  • Illinois Amish Interpretive Center, Arcola, IL (Rockome Gardens Preservation Inc.); http://www.amishcenter.com;

Indiana:

  • Mennonite Historical Library, Goshen, IN (1906; Board of Education Mennonite Church [MC]);
  • Menno Hof, Shipshewana, IN (1987; collaborative effort of several Mennonite conferences and agencies); major Amish interpretive center in Indiana; http://www.mennohof.org

Ohio:

  • Bluffton University Archives and Mennonite Historical Collections, (1965, Bluffton University);
  • German Culture Museum, Walnut Creek, OH (1980; Heritage Preservation Committee, Inc.);
  • Sauder Farm and Craft Village, Archbold, OH (1971; nonprofit organization founded by Erie J. Sauder);
  • Amish and Mennonite Heritage Center, Berlin, OH (1981) http://www.behalt.com
  • Kidron-Sonnenberg Heritage Center, Kidron, OH (Kidron Community Historical Society) www.kidronhistoricalsociety.org;

Iowa:

  • Iowa Mennonite Museum and Archives, Kalona, Iowa (1948; Mennonite Historical Society of Iowa);

Kansas:

  • Kauffman Museum, North Newton, KS, (1910; Bethel College/Kauffman Museum Association); http://www.bethelks.edu/kauffman
  • Mennonite Library and Archive, North Newton, KS (Bethel College); www.bethelks.edu.mla
  • Warkentin House, Newton, KS (1971; Warkentin House Association);
  • Mennonite Heritage and Agriculture Museum, Goessel, KS (1971, Mennonite Heritage Museum Association); www.goesselmuseum.com
  • Center for Mennonite Brethren Studies, „Heritage Alcove“, Hillsboro, KS (Tabor College, history of Mennonite Brethren, Krimmer Mennonite Brethren)
  • The Mennonite Settlement Museum, Hillsboro, KS (1958; town of Hillsboro);

South Dakota:

Minnesota:

  • Heritage Village, Mountain Lake, MN; (1972, story of Russian Mennonite and German Lutheran late 19th c. immigrants to the region);

California

  • Hiebert Library - Mennonite Library and Archives, Fresno, CA (1944, Fresno Pacific University [originally Pacific Bible Institute, founded by Pacific District Conference of Mennonite Brethren Churches];
  • Center for Mennonite Brethren Studies, Fresno, CA (Mennonite Brethren Biblical Seminary)

Kanada:

Ontario:

  • The Detweiler Mennonite Meeting House and Cemetery, St. Ayr, ON, (stone church built in 1855, historic site since 1992, supported by Detweiler Meetinghouse Inc.)
  • 1851 Brubacher House, Waterloo University/Conrad Grebel University College campus, Waterloo, ON, (c. 1968; Waterloo Mennonite Historical Society and University of Waterloo)
  • Heritage Historical Library, Aylmer, ON (1972; Pathway publishers);
  • The Visitor Centre - Telling the Mennonite Story, St. Jacobs, ON (1979; St. Jacobs Mennonite Church); http://www.st.jacobs.com/Culture-Heritage-The-Mennonite-Story.htm
  • The Riverdale Mennonite Church in Millbank, ON, offers information about the Amish and Mennonites in Perth County, including the presentation of the DVD „The Amish, A People of Preservation“ phone: 519-595-4055

Manitoba:

Saskatchewan:

  • Mennonite Heritage Museum, Rosthern, SK (registered as charitable organization in 1989); located in 1910 home of the German and English Academy, now Rosthern Junior College;

British Columbia:

Bibliografie (Auswahl)

Directory of North American Mennonite Historical Agencies 2015, 2015DirectoryofNorthAmericanMennoniteHistoricalAlgencies.pdf. - Rachel Waltner Goossen, Art. „Museums.“´, in: Global Anabaptist Mennonite Encyclopedia Online. 1989. Web. 7 Nov 2016. http://gameo.org/index.php?title=Museums&oldid=113538. - Gordon Hunsberger, The Mission of the Meetingplace, in: WMSC Voice, October 1986, S. 6-7. - John M. Janzen, Bethel’s Museum: A Centennial History, in: Mennonite Life. 1987, March, S. 31-38. - Mennonite Your Way, Hospitality Travel Directory 12, hg. on Jay and Glola Basler, Mundelein, Ill. - Neubergthal Heritage Foundation, Himmelbleiw, Mennonite Heritage Furniture and Floor Patterns, Exhibition Catalogue, 2010. - Samuel L. Yoder, Art. Interpretation and Information Centers, in: Global Anabaptist Mennonite Encyclopedia Online. 1989. Web. 31 Jan 2017. - http://gameo.org/index.php?title=Interpretation_and_Information_Centers

Reinild Kauenhoven Janzen

3. In Österreich

Das Täufermuseum in Niedersulz, nördlich von Wien im malerischen Weinviertel gelegen, wurde am 5. 10. 2008 eröffnet. Es ist das erste seiner Art in Österreich. Etwa 30 Autominuten von der Wiener Stadtgrenze entfernt, stellt es als Täufermuseum eines der besonderen Objekte im Museumsdorf Niedersulz dar, welches mit 22 ha das größte Freilichtmuseum Niederösterreichs ist. Gestaltet und betreut wird dieses Museum vom →Hutterischen Geschichtsverein.

Die fünf Ausstellungsräume sind in einem „Kleinhäuslerhaus“ untergebracht. Nach 1622, der Zeit der Vertreibung der Täufer aus Mähren, gab es vermutlich viele Hutterer (→Hutterische Bruderhöfe), die in solchen Häusern gelebt haben dürften, sofern sie nicht mit ihrer Gemeinschaft ausgewandert oder allmählich in der lokalen Bevölkerung aufgegangen waren.

Das Museum vermittelt in diesen fünf Räumen einen allgemeinen Überblick über die Täuferbewegung (→Täufer) von ihrer Entstehung bis in die Gegenwart, wobei die Hutterer den Schwerpunkt bilden. Im Vordergrund stehen Einzelschicksale von Täufern und deren Wirkungsorte im Weinviertel. Den Besuchern werden die Hauptaspekte ihrer Lehre, das Schriftgut, aber auch das handwerkliche Können der Täufer, das besonders in der Kunstfertigkeit der Habanerkeramik zutage tritt, nahegebracht. Eigene Audiostationen beleuchten die Sprache der Hutterer, welche auch nach fast fünfhundert Jahren in den Prärien Nordamerikas noch stark an die alte Heimat erinnert. Ein eigener Raum ist dem Thema „Leid und Verfolgung“ (→Verfolgung) gewidmet. Sämtliche Tafeltexte sind in deutscher und englischer Sprache verfasst.

Der inhaltliche Bogen schließt sich zu den taufgesinnten Freikirchen der Gegenwart, ihren Gemeinsamkeiten, aber auch ihren Unterschieden. Videoclips und ein Außenbereich, der besonders auf Frauenschicksale hinweist, runden das Bild ab. Sogenannte Täuferthementage, die zweimal pro Jahr im Museumsdorf abgehalten werden, krönen mit Fachvorträgen das Angebot auf hohem Niveau.

Die österreichische Bevölkerung nimmt mit steigendem Interesse die angebotene Information über die Täufer auf, zumal das Wissen um diese Glaubensbewegung im Zuge der Gegenreformation so gut wie ganz ausgelöscht wurde. Mittlerweile kommen jährlich etwa 40 000 Besucher aus ganz Europa und Übersee nach Niedersulz, unter ihnen auch Hutterer, bei denen die Erinnerung an bestimmte Ereignisse, wie etwa die Verhaftung und Deportation von Täufern auf die Galeeren in den Jahren 1539/40, in Erinnerung geblieben ist.

Viele verbinden den Besuch des Täufermuseums in Niedersulz mit einer Besichtigung des nahegelegenen „Täufergwölbs“ auf der Burgruine Falkenstein, welches am 19. 6. 2011 - ebenfalls vom Hutterischen Geschichtsverein - seiner Bestimmung übergeben wurde. In Sichtweite von Nikolsburg (Mikulov) gelegen, wird mit einem eigens nachgebauten Galeerenrumpf auf das Schicksal jener Täufer hingewiesen.

Aufgrund der geografischen Nähe zu Wien kommt es häufig zu Exkursionen in die Gegenden Niedersulz (Täufermuseum) - Burg Falkenstein/NÖ - Nikolsburg (Mikulov) CZ - Sobotiste/SK - Veľké Leváre/SK, in denen die Taufgesinnten im 16. Und 17. Jahrhundert eine Hochblüte erleben durften.

Informationen: www.museumsdorf.at, www.taeufer.net

Anschrift: Weinviertler Museumsdorf Niedersulz, Niedersulz 250, 2224 Niedersulz/NÖ; (GPS: 48.481898, 16.676574). Ausgezeichnete Infrastruktur, Autobusparkplätze, Restaurants vorhanden. Öffnungszeiten: 15. April bis 1. November 2017, täglich von 9:30 Uhr bis 18:00 Uhr. Spezialführungen möglich.

Reinhold Eichinger

4. In der Schweiz

Ein eigenständiges Museum für täuferische Geschichte gibt es in der Schweiz trotz etlicher Bemühungen noch nicht. Hingegen beherbergen Archiv und Bibliothek der Schweizerischen Mennonitischen Konferenz (ABKMS) in der Kapelle Jeangui auf dem Mont Soleil bei Corgémont zahlreiche handschriftliche Dokumente, alte Drucke und Gegenstände des täglichen Gebrauchs, welche in einigen Vitrinen ausgestellt werden und Zeugen dieser Geschichte sind (http://www.menno-arch.ch/).

Auch die Dokumentationsstelle des Schweizerischen Vereins für Täufergeschichte auf dem →Bienenberg macht in einem kleinen Rahmen Geschichte durch Texte, Karten, Schaubilder und alte Bücher als Einzelexponate sichtbar (http://mennonitica.ch/).

In den letzten Jahren haben aufgrund des gewachsenen Interesses einer breiteren Öffentlichkeit an Geschichte und Theologie des Täufertums einige kleinere Museen dieses Thema in ihre Ausstellung integriert.

So hat 2004 das Museum Schleitheimertal ein spezielles „Täuferzimmer“ zur Geschichte des Täufertums im Kanton Schaffhausen und speziell in Schleitheim eingerichtet. Herzstück ist ein Originaldruck des Schleitheimer Bekenntnisses von 1527 in einer Publikation um 1550 (http://www.museum-schleitheim.ch).

Im Jahr 2007 wurde auf dem Hof Hinter-Hütten im Trub (Emmental) eine kleine Ausstellung zur Geschichte der täuferischen Bezüge dieses Gehöftes im Rahmen der bernischen und schweizerischen Täufergeschichte eröffnet. Schwerpunkt ist dabei das einzige in der Schweiz für die Öffentlichkeit zugängliche „Täuferversteck“ (http://www.taeuferversteck.ch/).

Stücke aus der Familiengeschichte des Täufermärtyrers Hans Haslibacher werden ebenfalls seit 2007 auf dem Hof Haslebach bei Sumiswald gezeigt (http://www.sumiswald.ch/wAssets/docs/tourismus/Fuehrer-zum-Taeuferpfad.pdf).

Lokale Museen in Gegenden mit stärkerer täuferisch-mennonitischer Präsenz haben oft einzelne Hinweise im Rahmen ihrer Dauer- oder Sonderausstellungen integriert, so etwa das Regionalmuseum in Langnau im Emmental. Manche der genannten kleineren lokalen Ausstellungen sind Teil einer Anregung, die täuferische Geschichte im Rahmen kleiner Exkursionen auf „Täuferwegen“ zu erwandern. Solche Täuferweg-Angebote gibt es derzeit in Sumiswald und Trub im Emmental, in der Region Chasseral im Jura sowie im Schaffhausischen.

Derzeit (2016) laufen v. a. seitens des Vereins Memoria Mennonitica (http://memoriamennonitica.ch/) diverse Bestrebungen, täufergeschichtlich wichtige Objekte aus privaten Sammlungen in Legate überzuführen und für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Für die dafür zu findenden Räumlichkeiten standen bzw. stehen seit einiger Zeit so bedeutende Orte wie Schloss Trachselwald im Emmental oder der Versammlungsort der ersten täuferischen Gemeinde von 1525 in Zollikon bei Zürich im Gespräch, aber auch geeignete Bauernhöfe und alte Täuferkapellen im Jura.

Hanspeter Jecker

 
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