Vallée de Delémont (Église Évangélique Mennonite de la Vallée de Delémont)

1. Anfänge der Gemeinde

Frühe Spuren der →Täufer wurden Anfang des 18. Jahrhunderts in der Vallée de Delémont nachgewiesen, doch eine selbstständige Gemeinde wurde dort offiziell erst in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts gegründet. Bis 1974 gab es (abgesehen von gelegentlichen Stubenversammlungsorten wie Les Mermets oder Mont-Russelin) nur zwei offizielle Versammlungsorte der Mennoniten im zukünftigen Kanton Jura: Lucelle (eine frühere Gaststätte wurde 1891 erworben und zu einem Gotteshaus umgebaut) und Courgenay mit einer 1938 eingeweihten Kapelle.

Anfang 1975 entstand die Absicht, eine mennonitische Gemeinde in der Vallée de Delémont zu gründen. Im April desselben Jahres wurde eine Arbeitsgruppe zur Verwirklichung des Projekts eingesetzt und am 30. Juni 1975 das frühere Gebäude der Coop in Bassecourt gekauft. Der Verkaufsladen und die Nebenräume wurden den Bedürfnissen der Gemeinde entsprechend renoviert: Gottesdienstraum, Jugendraum, Küche usw. Die meisten Arbeiten wurden ehrenamtlich durch die Gemeindeglieder ausgeführt. Die Einweihung des Gebäudes fand im Juni 1976 statt. Die politischen Behörden und die Kirchenvertreter wurden dazu eingeladen, ebenfalls zu den späteren Jubiläumsfeiern.

2. Gemeindeleben

Das Gemeindeleben nahm schnell Gestalt an: Jugendarbeit, Frauentreff und Sontagsschule. Später folgte ein Posaunenchor. Am 15. März 1980 wurde die Église Évangélique Mennonite de la Vallée de Delémont (ENVD) in die →Konferenz der Mennoniten der Schweiz aufgenommen. Eine Gruppe junger Erwachsener traf sich vorübergehend und wurde von Hauskreisen abgelöst, die im Lauf der Jahre auf einen einzigen zusammenschrumpften. Eine Zeit lang bestand auch ein gemischter Chor. Zusammen mit Courgenay besuchen seit einigen Jahre auswärtige und aus beiden Gemeinden stammende Kinder den Teenager Klub (« Ameisen »). Vor mehr als zwölf Jahren musste der Posaunenchor seine Tätigkeiten einstellen. Dagegen entstand eine Lobpreisgruppe, die möglichst jeden Sonntag den Gottesdienst begleitet. Heute haben die Pioniere dieser Gruppe den Stab einem jüngeren Team übergeben, das bemüht ist, klassische Lieder mit neuerem Liedgut zu vereinen, um den Erwartungen der verschiedenen Altersgruppen gerecht zu werden.

3. Organisation und Zukunft der Gemeinde

Zur Zeit besteht die EMVD aus ungefähr 70 Mitgliedern und 15 Kindern, die sowohl in der Vallée de Delémont, im Val Terbi als auch auf den umliegenden Höhen wohnen. Nebst der Treffen der verschiedenen Gruppen besteht der monatliche Plan aus 4 bis 5 Gottesdiensten, einer Gebetstunde und einem Hauskreis (auf der Löwenburg, Ederswiler). Dazu kommen einige Sonderanlässe: der gemeinsame Abschlussgottesdienst nach dem Taufunterricht in Zusammenarbeit mit den Mennoniten Gemeinden Moron-Petit Val (→Kleintal), Sonnenberg und Courgenay, in den Sommerferien der abwechselnd durchgeführte Sonntagsgottesdienst in Courgenay und in Bassecourt, die beiden jährlichen Treffen mit den Gemeinden der Evangelischen Allianz des Kantons Jura im Januar und September, der seit 2008 gemeinsam gefeierte Gottesdienst mit der evanglisch-reformierten Kirche des Bezirks Delémont Mitte November mit dem Ziel, den Mitgliedern beider Gemeinden die Gelegenheit zu geben, sich besser kennen zu lernen. Hinzu kommen noch Treffen mit Vertretern der Schweizerischen Mennonitischen Mission und der Weltgemeinschaftssonntag im Januar.

In den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts erkannten die Verantwortlichen die Notwendigkeit, eine Person teilzeitlich anzustellen. Die Halbzeitstelle wird ab April 2014 von einem Mitarbeiter aus mennonitischen Kreisen besetzt. Er wird gleichzeitig in zwei Gemeinden arbeiten: Vallon de St-Imier (→Cormoret) und Vallée de Delémont (Bassecourt).

Die zukünftige Entwicklung der Église Évangélique Mennonite de la Vallée de Delémont hängt vom Engagement aller Gemeindemitglieder, ihrer Zukunftsvision und der Antwort auf die sich ständig verändernde Gesellschaft ab. Nach dieser Antwort wird in Treue zu Jesus Christus in Wort und Tat gemeinsam mit den Gemeinden der Konferenz der Mennoniten in der Schweiz gesucht.

Literatur 

Unveröffentliches Material: Eric McNeely, Faculté Libre de Théologie Évangélique, Vaux-sur-Seine ; Marianne Fuhrer, Rodolphe Gerber, Centre de Formation Bienenberg)

Mennonitica Helvetica, Bulletin des schweizerischen Vereins für Täufergeschichte, 15/16 1992/93,

Isaac Zürcher, Die Alttäufer im Fürstbistum Basel 1700-1890), in: Mennonitica Helvetica, Bulletin des schweizerischen Vereins für Täufergeschichte 15/16, 1992/93, 7-107.

Jacques Baumann

 
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