Vallon de Saint-Imier (Église Évangélique Mennonite)

1. Geschichte der Gemeinde

In den frühen 1980er Jahren wollten sich die Mennoniten, aber auch andere Christen, die im Sankt Immertal leben, an einem Ort in der Nähe ihrer Mitbürger treffen. Die Idee nahm 1983 mit der Gründung der Evangelisch-mennonitischen Gemeinde im Vallon de Saint-Imier Gestalt an. Die Zusammenkünfte begannen in den Räumlichkeiten der Kapelle, die der Reformierten Kirche in Cormoret gehört.

Im Jahr 1987 wurde eine gewagte Herausforderung angenommen, nämlich der Erwerb eines Gebäudes gegenüber der Schule von Cormoret. Nach dem Umbau war in dem Gebäude ein Gottesdienstraum, ein Raum für die Kinderbetreuung, ein Raum für die Sonntagsschule und eine Wohnung im ersten Stock entstanden. Im zweiten Stock wurde eine zweite Wohnung mit dem Namen „La Suze“ eingerichtet: zunächst als Unterkunft für Flüchtlinge, später als Notunterkunft oder als Ferienwohnung, fürs Wochenende oder für Tagungen.

Die Gemeinde gab sich eine Satzung, ernannte einen Pastoralrat und wählte einen Gemeindevorstand. Die Verantwortlichen versehen ihren Dienst überwiegend ehrenamtlich. Alle Gemeindemitglieder sind eingeladen sich zu engagieren, indem sie ihre Talente und Fähigkeiten dafür einsetzen, einander zu dienen. Die Kirche ist Mitglied der →Konferenz der Mennoniten der Schweiz (KMS).

2. Theologische Orientierung

Fundament des Glaubens ist das in der Heiligen Schrift bezeugte Wort Gottes. Bewährt wird der Glaube in der Nachfolge Christi - in Wort und Tat. Das Gemeindeleben orientiert sich an der biblischen Vorstellung vom allgemeinen Priestertum. Ein Pastoralrat, der aus Personen besteht, die von der Gemeinde in ihrem Amt bestätigt werden, trägt die Verantwortung für die geistliche Ausrichtung der Gemeinde.

3. Besonderheiten des gemeinschaftlichen Lebens

„Als ein Mitglied wird der anerkannt, der einen lebendigen und persönlichen Glauben an Jesus Christus, den Herrn und Erlöser, hat, der sich an den Gemeindeaktivitäten beteiligt, der das Bekenntnis des Glaubens und die vorliegenden Statuten akzeptiert und sich verpflichtet, ein Leben gemäss dem Wort Gottes zu führen.“

Dieser Auszug aus der Satzung gibt an, dass derjenige als Mitglied anerkannt wird, der an den Gemeindeaktivitäten teilnimmt. Diese Formulierung eröffnet einen Freiraum für alle. Die Kirche ist ein Ort des Lebens für diejenigen, die sie regelmäßig besuchen, unabhängig von der Dauer ihres Aufenthaltes in der Gemeinde. Der Schwerpunkt liegt eher auf der aktiven Teilnahme als auf einer formalen Mitgliedschaft.

Derzeit hat die Gemeinde etwa dreißig Mitglieder, die ihr christliches Leben als ein freudiges Bekenntnis in der Nachfolge Jesus Christi gestalten. Allen liegt daran, dass die Gemeinde ganz einfach ein Ort der Aufnahme, der Authentizität, der Erbauung und der Weiterentwicklung ist, wo jeder seinen Platz hat.

Die Gemeinde ist ein Ort, an dem jeder zum gemeinsamen Bau das beiträgt, was Gott ihm gegeben hat. Es gilt, wachsam zu sein und sich einzusetzen. Evangelisation wird täglich gelebt, am Arbeitsplatz, in der Gesellschaft und im Gebet.

Eine konkrete missionarische Aktion war die Aussendung einer Person der Gemeinde für zwölf Jahre in den Tschad. Ihre Alphabetisierungs- Arbeit wurde finanziell und geistlich unterstützt. Derzeit wird in einer Partnerschaft mit den Gemeinden Les Bulles und La Chaux-d’Abel eine Missionarsfamilie in Togo unterstützt.

4. Beziehungen zu anderen Gemeinden

Die Gemeinde arbeitet eng mit anderen Kirchen zusammen, vor allem im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit. Regelmäßig wird sie von Menschen aus anderen Gemeinden und verschiedenen christlichen Organisationen besucht. Die Gemeindeglieder nehmen an gemeinsamen Gottesdiensten teil, auch mit Angehörigen anderer Konfessionen. Die Gemeinde ist Mitglied der Gemeinsamen Aktion der Christen im Sankt Immertal (ACCVa).

5. Beziehungen zu Staat und Gesellschaft

Einige Gemeindemitglieder üben verschiedene Funktionen in öffentlichen Bereichen, auch in der Politik, aus: als Lehrer, Sozialarbeiter, Krankenschwestern, Landwirte, Mechaniker etc. Das Gemeindeleben wird von der beruflichen Vielfalt ihrer Mitglieder in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen bestimmt.

Literatur

Protokolle der Sitzungen der Kirchenleitung und Hauptversammlungen sowie der Gemeindebrief, der zweimonatlich erscheint.

Anschrift der Gemeinde:

Marlise Gerber, Rue Centrale 1, 2605 Sonceboz, Schweiz http://www.v-de-st-imier.menno.ch

René Geiser und Werner Tramaux

 
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