Mennonitisches Friedenszentrum Berlin (MFB)

1. Entstehung des Friedenszentrums in Berlin

Das Mennonitische Friedenszentrum Berlin ist 2005 im Rahmen der „Dekade zur Überwindung von Gewalt: Kirchen für Frieden und Versöhnung 2001-2010“ des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) als ein Projekt der →Vereinigung der Deutschen Mennonitengemeinden (VDM) ins Leben gerufen worden.

Das MFB hat seinen Sitz in den Räumen der Berliner Mennoniten-Gemeinde (→Berlin). Es finanzierte sich zunächst ausschließlich durch Privatspenden, seit 2013 auch durch Spenden aus Gemeinden der VDM. Der Leitung des MFB ist ein Beirat zugeordnet, der aus Mitgliedern der Gemeinden der VDM besteht. Sprecher war 2005-2011 Gründungsmitglied Fernando Enns, seit 2011 ist es Jan Lüken Schmid, die Geschäftsführung liegt seit der Gründung bei Martina Basso.

2. Ziele

Das MFB hat die Aufgabe übernommen, das friedenskirchliche Profil zu schärfen, in der weltweiten Ökumene mitzuarbeiten und die Stimme der Mennoniten in Politik und Gesellschaft einzubringen.

3. Friedenserklärung der Vereinigung der Deutschen Mennonitengemeinden

Nach einem bisher in der VDM einzigartigen Prozess, an dem alle Gemeinden beteiligt waren, wurde 2009 die Erklärung der VDM zum gerechten Frieden „Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens“ verabschiedet. Sie war zugleich der Beitrag der VDM zur Internationalen Ökumenischen Friedenskonvokation des ÖRK 2011 in Jamaika, dem Abschluss der Dekade zur Überwindung von Gewalt.

4. Arbeitsbereiche des Friedenszentrums

(1) Netzwerkbildung im sozialen Brennpunkt - Projekt Neubritz

„Gewaltprävention durch Sport“ - mit Wa-Do-Ryu-Karatekursen für Mädchen begann 2008 die Arbeit des MFB im Berliner Stadtteil Neukölln. Mit unterschiedlichen Kooperationen führt das MFB die Kurse, seit 2011 auch in einem Jungenkurs, wöchentlich durch. Für die Jugendlichen wirken sich die Kurse auch identitätsbildend aus. Im „Café Abraham-Ibrahim“ treffen sich Muslime, Christen verschiedener Konfessionen und andere Interessierte zum interreligiösen Austausch. Die interreligiöse Arbeit beinhaltet ebenso Begegnungen und Vernetzungen auf Landes- und Bundesebene. Mit finanzieller Unterstützung des Mennonitischen Hilfswerks (→Diakonie) engagiert sich das MFB in der Willkommensarbeit mit Flüchtlingen. Durch die Moderationsrolle im Netzwerk „Kranold-Weder-Netz“, einem Zusammenschluss unterschiedlicher Akteure in Neubritz, hat das MFB Zugang zur Kommunalpolitik und nutzt ihn.

(2) Freikirchliche Beauftragung am Sitz der Bundesregierung

Durch die Mitgliedschaft im Beirat des Beauftragten der VEF (Vereinigung Evangelischer Freikirchen) am Sitz der Bundesregierung, Pastor Peter Jörgensen, ist das MFB u. a. bei Fragen zur Friedens- und Flüchtlingspolitik involviert.

(3) Innerdeutsche Ökumene

Von Beginn an ist das MFB in Gremien der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) vertreten: u. a. zur Ökumenischen Friedensdekade, zur ÖRK-Dekade und zum Ökumenischen Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens.

(4) Ausland

Seit 2007 besteht eine besondere Verbindung zwischen der Brethren in Christ Church →Zimbabwe und dem MFB. Mit Hilfe der vom Mennoniten Hans-Dieter Hübert gespendeten Skulpturen von Künstlern aus Zimbabwe konnten mehrere Verkaufsausstellungen in Deutschland durchgeführt werden, die wiederum die Finanzierung der im Land selbst durchgeführten Workshops zu friedenstheologischen Themen durch das MFB ermöglichten. Gegenbesuche in Deutschland folgten. Das Projekt dient zum Einen der Vernetzung innerhalb der internationalen mennonitischen Gemeinschaft, zum Anderen der Einübung von Partnerschaftsarbeit auf Augenhöhe sowie dem Lernen voneinander, Friedenskirche in unterschiedlichen Kontexten zu sein.

Informationen über das MFB: http://www.menno-friedenszentrum.de

Martina Basso

 
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