Schroeder, David

geb. am 20. September 1924 in der Nähe von Altona, Manitoba, Kanada, gest. am 27. September 2015 in Winnipeg, Kanada; Prof. für biblische Exegese an der Canadian Mennonite University in Winnipeg.

Er war das achte von elf Kindern. Seine Eltern waren Heinrich H. Schroeder und Maria Kehler Schroeder. Die Familie gehörte zur Sommerfeld Mennonitengemeinde. Am 25. Juni 1949 heiratete er Mildred Alice Bartel. Das Ehepaar hatte zwei Töchter und einen Sohn.

Als Jugendlicher nahm er aktiv an einer «Co-operative Movement» teil, die ihm eine Vision für Aspekte des sozialen Lebens bzw. für praktisches Christentum eröffnete. Während des Zweiten Weltkrieges war er Wehrdienstverweigerer und leistete seinen Ersatzdienst im St. Boniface Krankenhaus in Winnipeg ab.

Als er zu Beginn der 1950er Jahre nach Winnipeg kam, war er in der ersten englischsprechenden Gemeinde, der Bethel Mennonite Church, aktiv. Am Mennonite Brethren Bible College erwarb er einen Bachelor of Theology und am Bethel College in North Newton, Kansas, einen Bachelor of Arts. 1951 wurde er Pastor in der Bethel Mennonite Mission Gemeinde in Winnipeg, wo er auch ordiniert wurde. Im Herbst 1953 erkrankte er an Kinderlähmung und richtete seinen beruflichen Weg auf Anraten der Ärzte auf die akademische Laufbahn aus. Er erwarb 1956 am Mennonite Biblical Seminary in Chicaco einen Master of Divinity und wurde 1959 an der Universität Hamburg im Fach des Neuen Testaments mit einer Dissertation über die Haustafeln des Neuen Testaments unter der Betreuung Leonhard Goppelts promoviert. Sein Lehrer war auch der renommierte Systematische Theologe Helmut Thielicke. Gewohnt hat er mit seiner Familie neben der Kirche der Mennonitengemeinde zu Hamburg und Altona, er hat sich in der Jugendarbeit der Gemeinde engagiert und gelegentlich in den Gottesdiensten ausgeholfen.

Von 1959 bis 1994 hat er als Dozent für Neues Testament am Canadian Mennonite Bible College, jetzt ein Teil der Canadian Mennonite University in Winnipeg, unterrichtet. Er war ein geschätzter Hochschullehrer. Seine theologische Überzeugung war von tiefer, gründlicher Arbeit geprägt, in Konfliktsituationen war er ein Brückenbauer. Öfters hat er in Gemeinden zwischen konservativen und aufgeschlosseneren bzw. liberalen Gemeindegliedern vermittelt. Er bemühte sich, den Mennoniten den Weg zu einer biblischen Theologie jenseits aller fundamentalistischen und liberalen Kontroversen zu weisen. Leidenschaftlich hat er sich für eine täuferische Sicht von Gerechtigkeit und Frieden eingesetzt.

Während eines Sabbatjahres hatte er sich 1985 einige Zeit in Europa aufgehalten, wo er auf dem →Bienenberg (Schweiz), in mehreren Gemeinden und an einem Seminar für mennonitische Studenten und Studentinnen dozierte.

Bibliografie

Kevin Kilbrei, Remembering the Man who was «Doc» (Nachruf), in: Canadian Mennonite 19, no. 21, 26. October 2015, S. 20. - Ders., Nachruf, in: General News, Director by CMU, 2. Oktober 2015. - Rodney Sawatzky, Words becoming flesh: The Life and Thought of David Schroeder, in: Essays in Honour of David Schroeder, hg. von Harry Huebner, Winnipeg, Man., 1990, S. 3-21. - Sam Steiner, Art. David Schroeder, in: www.gameo.org/ (April 2018).

Schriften von David Schroeder

Die Haustafeln des Neuen Testaments. Ihre Herkunft und ihr theologischer Sinn. Theol. Diss., masch., Hamburg 1959. - Learning to know the Bible, Newton, Kans., 1966. - Anleitung zum Bibelstudium, Winnipeg 1984. - Faith refined by fire: First Peter. Newton, Kans., 1985. - Getting to know Jesus : Mark, Newton, Kans., 1992. - Gemeinsam mit Harry Huebner (Hg.), Church as Parable: whatever happened to ethics? Winnipeg 1997. - How to read the Bible: Building skills for Bible study: Bible-based explorations of issues facing youth, Newton, Kans., 1996. - Authority in the Church and World, Winnipeg 2000. - The Ancestors of Heinrich and Marie (Kehler) Schroeder 1888-1974, Winnipeg, Man., 2006.

Daniel Geiser-Oppliger

 
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