Doopsgezinde Historische Kring (Niederlande)

Dieser Geschichtsverein wurde 1974 gegründet. Eigentlich ist er eine Fortsetzung einer davor bestehenden historischen Gesellschaft, der Doopsgezinde Historiegroep (Gruppe mennonitischer Historiker), die nach dem Zweiten Weltkrieg zusammenkam und nur von 1948 bis etwa 1950 aktiv war. Der Taufgesinnte Historische Kreis (DHK) verfolgte von Anfang an einen doppelten Zweck: Wissenserweiterung der eigenen Geschichte für die mennonitischen Gemeindemitglieder und Besinnung auf theologische Inhalte des Täufertums. Diese inhaltliche Ausrichtung ist weitgehend als Leitgedanke erhalten geblieben, doch inzwischen ist der historische Aspekt stark in den Vordergrund gerückt.

Aus bescheidenen Anfängen entstand innerhalb von sechs Jahren ein stattlicher Verein von 700 Mitgliedern. Diese Mitgliederzahl blieb lange Zeit konstant. Heute zählt der Verein ca. 600 Mitglieder. Die meisten Mitglieder wohnen in den Niederlanden und gehören einer Mennonitengemeinde an. Daneben gibt es eine ganze Anzahl an Bibliotheken und anderen Einrichtungen im In- und Ausland, die eine Mitgliedschaft erworben haben.

1. Aktivitäten des Vereins

Der DHK veranstaltet Studientage und Exkursionen, meistens im Frühling und im Herbst. Zudem erscheint jährlich eine eigene Zeitschrift: die Doopsgezinde Bijdragen (DB). Auch ist der DHK seit den 1990er Jahren im Internet vertreten (s. u.). Seit seiner Gründung 1974 organisiert der DHK Studientage an verschiedenen Orten, regelmäßig aber in Amsterdam. Die jährlichen Exkursionen führen zu Stätten, die für die Geschichte der Täufer und Mennoniten bedeutsam sind: Emden, Münster, Deventer, Groningen, Witmarsum usw.

Der DHK besteht aus interessierten Mitgliedern, die gemeinsam auf der Suche nach ihrer Identität sind. In diesem Bemühen werden sie von wissenschaftlich ausgebildeten Historikern begleitet. Die Vorträge werden jährlich in den DB veröffentlicht (2016 ist die 42. Nummer erschienen). Die Distanz zwischen wissenschaftlichem und populärem Umgang mit Geschichte zu überbrücken und religiöse Impulse aus der Vergangenheit aufzunehmen, ist bereits seit Jahren das Ziel der Arbeit im DHK.

2. Akzente der Doopsgezinde Bijdragen

Einer der Mitbegründer des DHK, Sjouke →Voolstra, war über dreißig Jahre Mitglied der Schriftleitung und hatte großen Einfluss auf die Zielsetzung des Vereins wie auf die inhaltliche Gestaltung der DB. Er legte Wert darauf, sich mit Geschichte als einem Korrektiv gegenwärtiger Verhältnisse zu beschäftigen, gleichzeitig in der Kirchengeschichte eine biblisch gebundene Betrachtungsweise zu sehen. So entstanden Beiträge auf hohem wissenschaftlichem Niveau und mit theologischem Tiefgang. Inzwischen wurde das theologische Interesse vom Interesse am religiösen Alltagsleben in früheren Zeiten abgelöst. Der Umgang mit Geschichte nahm neutralere Züge an und schärfte den Blick für die Veränderungen, die sich im Laufe der Zeiten vollzogen und in die Gegenwart einmündeten.

Es ist vor allem Piet Visser zu verdanken, dass eine kulturgeschichtliche Betrachtungsweise Platz greifen konnte. Er gehörte seit 1985 der Schriftleitung an und war mehr als fünfundzwanzig Jahre ihr Chefredakteur. Seit 2015 wird die Zeitschrift von Jelle Bosma und Mirjam Van Veen geführt.

Homepage des DHK: http://www.dhkonline.nl

Die DB können im pdf-Format auf der Homepage eingesehen werden, die jeweils letzte Ausgabe kann bei Uitgeverij Verloren, 1211 JA Hilversum, Torenlaan 25, Niederlande, bezogen werden.

Jelle Bosma

 
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