Goering, Samuel J.

geb. am 17. Mai 1892 in der Nähe von Moundridge, Kansas, USA, gest. am 11. Mai 1962 nach einem Verkehrsunfall bei North Newton, Kans., USA; Missionar, Direktor des Mennonite Central Committee in Europa von 1944 bis 1946.

Samuel J. Goering war Missionar in China (1919 - 1935), führte die Geschäfte des Bethel Colleges in Kansas, USA (1936 - 1941) und war Direktor der Hilfswerksarbeit des →Mennonite Central Committee (MCC) in Europa in den kritischen Jahren um das Ende des Zweiten Weltkriegs. Schließlich war er ein aktives Mitglied in zahlreichen kirchlichen Ausschüssen.

Goering wuchs in der Hopefield Mennonite Church in der Nähe von Moundridge, Kansas, auf. 1918 heiratete er Pauline Miller aus Marion, South Dakota, und in demselben Jahr schloss er sein Studium am Bethel College mit dem Bachelor-Examen ab. Darauf besuchte er das Witmarsum Seminary in Bluffton, Ohio, und die Divinity School der University of Chicago. Den Grad eines Master of Arts erwarb er am Colorado Seminary in Denver, Col.

In China stand Goering auf der fortschrittlichen Seite der Auseinandersetzungen um die Probleme der Anpassung des Christentums an die chinesische Kultur. Als Goering das nordamerikanische Hilfswerk in Europa leitete, befand sich das europäische Hauptquartier des MCC zunächst in London, England, und wurde dann für kurze Zeit nach Amsterdam in den Niederlanden und schließlich nach Basel in der Schweiz verlegt. Die wichtigste Aufgabe des MCC in Europa war nach Kriegsende, für die mennonitischen Flüchtlinge aus Russland zu sorgen. Das MCC engagierte sich auch im Wiederaufbau, wie der Errichtung von Wohnungen in Wacheren (Zeeland) und der Versorgung der Notleidenden mit materiellen Gütern. Goering bemühte sich, eine Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen zu arrangieren, z.B. dem Mennonitischen Hilfswerk „Christenpflicht“ und mit CRALOG (Council for Relief Agencies Licensed for Operation in Germany). Als Direktor des MCC wurde Goering eher als ein einfallsreicher Idealist geschätzt und weniger als ein besonders effizienter Administrator. Er sorgte sich darum, dass CRALOG zu stark mit der amerikanischen Besatzungsmacht in Deutschland identifiziert würde und bei einer Unterordnung der MCC-Arbeit unter diese Organisation die Glaubwürdigkeit der Mennoniten mit ihrem „persönlichen Zeugnis für einen christlichen Lebensstil“ in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Sein Dienst als Direktor des MCC währte zwanzig Monate: von Dezember 1944 bis Juli 1945.

Nach seinem Einsatz in Europa kehrten Samuel und Pauline Goering in ihr Heim auf dem Campus des Bethel Colleges zurück und widmeten sich diversen geschäftlichen Unternehmungen. Mit seiner weitläufigen Familie trug er viel zu den Aktivitäten des Bethel Colleges und der General Conference Mennonite Church bei.

Literatur

Nachruf in: Mennonite Weekly Review, vom 24. Mai 1962, 8. - John D. Unruh, In the Name of Christ. A History of Mennonite Central Committee and its Service 1920 - 1951. Scottdale, Pa., 1952. - Robert S. Kreider, My Early Years. An Autobiography. Kitchener, Ont., 2002.

James C. Juhnke

 
www.mennlex.de - MennLex V :: art/goering_samuel_j.txt · Zuletzt geändert: 2013/03/05 22:02 (Externe Bearbeitung)     Nach oben
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